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Die Posse ums Kabelnetz Binningen

September 8th, 2014

Das ist ein Gastbeitrag vom Wrzlbrmft

Schöner, schneller, höher, weiter. Eigentlich haben wir uns alle daran gewöhnt, dass es in unserer schnelllebigen Medienwelt nur eine Richtung gibt: Vorwärts! Die Gemeinde Binningen BL zeigt nun, dass es ohne Not auch andersrum geht.

Anfang Jahr kündigte der Basel-Landschaftliche Provider interGGA seinen Kunden an, im Laufe des Jahres von seinem zwar fast rundum frei empfangbaren, aber bereits spürbar angestaubten Angebot im digitalen TV- und Radio-Angebot zu Quickline zu wechseln. Während das TV-Angebot bereits am 20. Mai 2014 umgestellt wurde, sollen auch die Internetdienste, die bislang noch vom Pratteler Provider ImproWare erbracht werden, auf Dezember hin vollumfänglich von Quickline übernommen werden.


Nachdem ich letzten Herbst von Basel-Stadt (UPC-Hoheitsgebiet) nach Binningen gezogen war, rieb ich mir erst mal verdutzt die Augen. Keinerlei deutsche Privatsender in HD und ein absolut lächerliches Pay-Angebot. Dafür brachte der Suchlauf glänzende Errungenschaften wie „SF zwei HD“ (sic!) hervor. Gross war freilich meine Freude, als ich im Frühling nun endlich wieder ein ordentliches – ja gar besseres – Angebot an HDTV- und Spartensendern vorfand. Zwar nicht mehr alles so FTA wie früher, aber mit 130 Programmen immer noch deutlich mehr als bei UPC Cablecom. Mittels Conax-Modul (ohne CI+!) und Smartcard lassen sich zusätzliche Programme inkl. der deutschen Privaten auch wie bis anhin ohne jede weitere Gängelung auf praktisch jedem Receiver oder DVB-C-tauglichen TV-Gerät nutzen, ganz im Gegensatz etwa zu UPC Cablecom oder Swisscom TV.

Nun, meine Freude wird nächsten Frühling wieder ein jähes Ende nehmen. Der übereifrige und schlagfertige BDP-Gemeinderat Urs-Peter Moos hat einen fast schon kongenialen Deal eingefädelt: Die Gemeinde wechselt voraussichtlich per 1. April 2015 wieder zurück zu ImproWare, die anstelle des Quickline-Signals ab dann auch das komplette TV- und Radioangebot zuliefern soll. Man wolle seinen Einwohnern auch in Zukunft günstiges Internet und ein breites unverschlüsseltes TV-Angebot bieten, was unter der aktuellen Zusammenarbeit mit interGGA nicht mehr möglich sei. Liest sich eigentlich ganz nett und bürgernah.

Was aber Moos wie auch der offenbar gleichgeschaltete Binninger Anzeiger verschweigen, das Angebot an HDTV-Programmen und digitalen Radiosendern wird massiv zusammengestrichen. Gleich 60 (!!!) von rund 100 HD-Programmen sowie 70 Radiosender (120, wenn man die MusicChoice-Channels dazu zählt) fallen weg. Ersatzlos rausgeschmissen werden auch die allermeisten Pay-TV-Sender, viele davon sind in der Schweiz auch via Satellit nicht empfangbar. Das künftige Angebot reduziert sich damit praktisch wieder auf das lausige Angebot vor der Umstellung (Sender der RTL- und ProSiebenSat.1-Gruppe sind mittlerweile immerhin in HD verfügbar, Comedy Central oder MTV aber z.B. nicht).

Ich höre bereits jetzt diverse Stimmen, die „sowieso kein Pay-TV nutzen“ und nicht einsehen, wieso sie für Internet unter Quickline plötzlich mehr zahlen sollten. Und hier liegt die Crux. Wurde den interGGA-Kunden zu Beginn versichert, für bestehende Abos entstünden keine Mehrkosten, zahlt man für die Quickline-Zusatzpakete Normalpreise ohne jede weitere Reduktion. Beim Internet ist zu erwarten, dass es ähnlich kommen wird. Die Kommunikation seitens interGGA war schlecht, viele Kunden sind also zurecht verärgert. Den Entscheid des Binninger Gemeinderats hat dies nur noch weiter befeuert hat. Leidtragende sind diejenigen, die sich nicht für SRF, ARD und RTL interessieren, dafür aber – wie ich – für Boomerang HD, TNT Serie HD, RCK.TV oder die rund 50 MusicChoice-Channels.

Nun werde ich also die vielen tollen neuen Programme ein knappes Jahr geniessen können, ehe sie mir im April wieder genommen werden. Dann wahrscheinlich für immer. Willkommen im Jahre 2015. Aber eigentlich ist das eben doch nur vollkommen bescheuert…

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Netflix kommt – was passiert jetzt?

September 5th, 2014

Cablecom hat diese Woche ihre Film/Serien Flatrate myPrime vorgestellt. In ein paar Tagen wird auch Netflix in die Schweiz kommen. In gewissen Kreisen ist eine riesige Euphorie ausgebrochen. Natürlich melden sich auch die von mir geliebten “Billag Basher” zu Wort. Ginge es nach denen, würde SRF Dank Netflix verschwinden. Aber ist das so?

Ich hatte eine Zeit lang einen US Account bei Netflix. Was mir sofort aufgefallen ist: Aktuelle Filme sind dort eher rar. Auch in den USA laufen die entweder auf Sendern wie HBO, oder sind via Video On Demand zu sehen. Auch aktuelle Serien findet man eher bei Hulu. Hulu hat eine riesige Auswahl an Serien, doch gibt es dort auch eigenartige Löcher in den Staffelarchiven.

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Das Radio im Kabel – wie weiter?

August 17th, 2014

Das UKW Angebot im Kabel hat ein Problem: Es ist begrenzt, weil die Endgeräte nur einen Frequenzbereich von 87.5 bis 108 MHz beherrschen. So musste Cablecom vor ein paar Jahren auch ein paar Sender aus dem UKW Netz werfen, weil man zur Ausschaltung anderer Sender verpflichtet war.

Schaut man heute das digitale Radioangebot an, hat sich viel getan. Mittlerweile sind auch unzählige Sender aus der Schweiz zu hören. Das Problem bleibt: Viele wollen ihren Fernseher nicht eingeschaltet haben, wenn sie Radio hören wollen.

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WLAN Probleme im Urlaub gelöst

Juli 27th, 2014

Die Sommerferien stehen vor der Tür (Ich hab meine schon hinter mir). Die einen, freuen sich auch, wenn ihr Hotel ein WLAN hat. Doch da gibt es oft ein “Problem”. Mittlerweile hat man durchaus mehr als ein Gerät dabei, zum Beispiel Smartphone und Tablet. Zudem möchten die Mitreisenden sicher auch gerne ab und zu online gehen.

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Wie man eine App zerstört: Heute Foursquare

Juli 22nd, 2014

Viele haben mich gefragt, wieso ich Foursquare nutze und was der Scheiss eigentlich soll. Wer Foursquare nicht kennt: Es handelt sich um eine App für Smartphones. Ist man an einem bestimmten Ort – sei es ein Restaurant, ein Bahnhof oder sonst wo, kann – muss man aber nicht einchecken. Sprich, bin ich am Morgen am Bahnhof Urdorf, kann ich dort einchecken. Wenn ich mehr als alle anderen Benutzer der App dort war, bin ich der Mayor dieses Ortes. Das kann witzig sein, wenn man sich mit anderen Leuten, die man gar nicht kennt, “Fights” liefert. Ich fand ziemlich witzig, auf allen Bahnhöfen auf meinem Arbeitsweg der Mayor zu sein, zumindest teilweise.

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Die Reihenfolge der Cablecom

Juli 19th, 2014

Ich weiss, der Artikel lag viel zu lange rum.
Als die Cablecom an ihrem Change Day neue Sender aufgeschaltet hat, kam es auch zu einer neuen Senderreihenfolge. So platzierte man Sender aus der Schweiz äusserst prominent. TV24, S1, StarTV und TeleZüri. ZDF und ORF – und natürlich auch alle anderen Sender – rutschten nach hinten.

 
Ich bin von der neuen Reihenfolge auch nicht begeistert. Im Supportforum der Cablecom kocht die Stimmung. Klar, man wird sich an die neue Nummerierung gewöhnen. Ob aber die Sender aus der Schweiz jetzt viele neue Zuschauer bekommen? Ich wage es zu bezweifeln. Es ist halt so, dass die primär aus Konserven und Teleshopping bestehen. Noch schlimmer, es gibt gar Mike Shiva auf TV24, von einem seriösen Verlag wie den AZ Medien hätte ich das nicht erwartet. Man wird also einfach an den Sender vorbeizappen. Dies zeigt doch, dass man in der Schweiz eben rein werbefinanziert kein schlaues Vollprogramm machen kann. Das werden gewisse „solidarische TV Experten“ auch noch merken. Oder vielleicht merken die ganzen Verlagshäuser, dass ein grosser Sender als Joint Venture vielleicht mehr Sinn machen würde und ein ernster Gegner für SRF sein könnte.

 
Wirklich geärgert habe ich mich aber, dass sich wieder gewisse Politiker profilieren wollen. So meinte ein Nationalrat, von dem ich noch nie gehört habe, dass dies die Regionalsender in ihrer Existenz bedrohe. Nun, TeleBasel war vorher auf der 20, jetzt ist er auf 25.
Ich kann ja verstehen, dass man verärgert ist, dass TeleZüri auf der 8 gelandet ist. Nun, TeleZüri bekommt keine Konzessionsgelder und war somit schon länger in der ganzen Schweiz zu sehen. Zudem ist er wohl der grösste Lokalsender und sendet in HD. Ein Basler wird das Programm aber kaum regelmässig sehen. Genau so geht es mir mit TeleBasel. Da ich eben ein Zürcher bin, habe ich andere Interessen. Wenn aber zum Beispiel Fasnacht ist, dann schalte ich natürlich mal auf die 25.

 
Die Basler werden weiterhin ihre lokalen Nachrichten sehen. Es dauert nicht lange, dann hat man die neue Nummer gelernt. Die Existenz bedroht dieses Verhalten also kaum. Man schaut den Sender ja, weil er Nachrichten aus der Region bringt. Anders ist es bei Sendern wie DMAX oder ZDF neo. Hier stösst man oft auf eine spannende Sendung, wenn man eben zappt. Diese Sender haben wohl ein Interesse auf einem vorderen Platz zu sein.
Die Frage bleibt: Soll man die Reihenfolge vorschreiben? Auch wenn man (Siehe Swisscom TV) diese ändern kann, gibt es immer noch eine Voreinstellung, die wohl viele Kunden behalten. Andere können, wir haben oft darüber geredet, die Reihenfolge gar nicht ändern.

 
Alexander Mazzra, Gründer von Joiz, hat schon vor 2 Jahren zum Thema Stellung genommen.  Er schlug vor, dass man Must Carry Sender einen prominenten Sendeplatz gibt.
Fakt ist, dass zum Beispiel in UK es klare Regeln gibt, wie man Sender anordnen muss: BBC1, BBC2, ITV(1), Channel 4, Five. In den USA ist in ganz New York CBS auf der 2, und das kann man eigentlich nicht ändern.

 

Ich weiss wirklich nicht, was ich dazu sagen soll.  Ein Sender mit guten Inhalte wird gefunden, ob er jetzt auf Platz 12 oder Platz 482 ist. Daher lehne ich solche Regulierungen eher ab. Wer mit der Zwangsreihenfolge nicht leben kann, wird Konsequenzen ziehen müssen und Hardware oder Anbieter wechseln müssen.

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Wir sind HD

Juni 1st, 2014

Wenn Cablecom am 3. Juni ihren Change Day durchführt, bekommt man mit dem Comfort Abo über 80 HD Sender. Bei Quickline sollen es gar über 100 sein, man hat offenbar Sky UK mit seinen knapp 80 geschlagen. Auch Swisscom bietet eine Vielzahl an HD Sendern – da verliert man leicht den Überblick.

Ich weiss, nur weil etwas HD heisst, ist es noch nicht gut. Aber ich bin überrascht, dass wir Sky UK geschlagen haben. Als der Preisüberwacher 2010 die Kabelnetze der Schweiz vergleich, setze er den Fokus nur auf die analogen Sender. Damals gab es unter den “Freaks” ein Seufzen und man glaubte, niemals auf eine solch hohe Zahl zu kommen (Sky UK hatte damals 50 Sender)

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Die Mafia und das Replay

Mai 4th, 2014

MAFIA steht für Music and Film Industry of America. Den Namen haben sich die Rechteverwalter (Für mich kommt dieser Ausdruck schon fast einem Schimpfwort gleich) verdient. Immer wieder zeigen sie, wie gierig, stur und realitätsfremd sie sind. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, dass man alles kostenlos konsumieren will. Mit diesem Argument verleumden die Content-Mafia nämlich immer Kritik an deren überholtem Geschäftsmodell.

Als erstes Beispiel möchte ich Replay TV nutzen. Swisscom hat diese Funktion mit Swisscom TV 2.0 auf 7 Tage erhöht. Aber auch Cablecom, Sunrise oder Wilmaa bieten einen solchen Dienst an. Möglich ist dies, weil wir ein relativ liberales Urheberrecht haben. Im Ausland sucht man diese Funktion vergeblich, schuld sind die Rechteverwalter, die auch uns diese Funktion nehmen wollten.

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Ergänzungen zum grossen Wechsel

April 21st, 2014

Die Ankündigung der Cablecom, das analoge Fernsehen zu begraben sorgte für erstaunlich wenige negative Reaktionen. Ein unbedeutender Sender protestierte. Ich denke aber, falls es zu juristischen Schritten kommen sollte, dauert dies so lange, bis dann ist das analoge Fernsehen wohl abgeschaltet.

Auch Quickline hat auf den 6. Mai ein neues Angebot angekündigt und so kommt auch in deren Netzen die Frage auf: Was schaltet man ab.

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Happy Birthday BBC Two

April 20th, 2014

Heute vor 50 Jahren startete in England bereits die dritte Fernsehstation. Nach BBC Television Service und ITV, bekam die BBC einen zweiten Kanal – BBC Two. Leider klappte es mit dem Start nicht so ganz. Ein Stromausfall sorgte für ziemlich viel Ärger und so war der Nachrichtensprecher Gerald Priestland kaum zu hören. Das sorgte für viel Spott.

BBC Two war die erste Station in Europa, die dann auch in Farbe gesendet hat. Er war aber auch immer ein Kanal, der ein bisschen ein „angehobenes“ Programm hatte. So gab es viel Kultur und Musik.

Aber auch diverse Dokus waren und sind noch immer auf BBC Two zu sehen. Auch ein gutes Glas gönnt man sich ab und zu bei BBC Two.

Das absolute Highlight auf BBC Two ist aber noch immer Top Gear. Trotz der Popularität der Show hat man sie nie auf BBC One verschoben. Angeblich soll Jeremy Clarkson persönlich dafür gesorgt haben.

In diesem Sinne – Happy Birthday BBC Two – auf weitere 50 Jahre!